Vor drei Jahren habe ich ein Ernährungs-Experiment gestartet: Jeweils im November / Dezember ernähre ich mich zwei Wochen vergetarisch und danach zwei Wochen ausschliesslich vegan. Mich vegetarisch zu ernähren und auf Fleisch zu verzichten, das ist überhaupt kein Problem. Seit Jahren schon achte ich auf eine bewusste Ernährung – mein Umgang mit Fleisch hat sich seither sehr verändert und der Konsum auf ein Minimum reduziert. Jedoch komplett auf jegliche tierische Produkte und konsequenterweise auch tierische Inhaltsstoffe zu verzichten, dass ist nicht immer so einfach… und deshalb ist mein Experiment auch so spannend.

 

In den veganen Wochen muss man sich zwangsläufig täglich im eigenen Umfeld erklären: Am Mittagstisch im Atelier, beim Nachtessen mit Freunden oder an einem Geschäftsapéro. Es ist anstrengend, immer darauf zu achten, dass man keine Lebensmittel mit tierischen Produkten oder Inhaltsstoffen isst. Im Kuchen sind Eier, im Sandwich Käse und in der Sauce ist Rahm. Überall hat es Tiere drin! Da muss man gut koordinieren und planen: Vorkochen, eine Verabredung zum Essen in einem Restaurant planen, wo es auch vegane Menüs gibt (das ist in Luzern nicht so einfach… aber jetzt haben wir ja auch ein Tibits 🙂 ) oder Einladungen in die post-Vegane Zeit verschieben.

 

Ich werde immer wieder gefragt, weshalb ich dieses Ernährungs-Experiment durchziehe – und dann auch noch im Dezember! Die Antwort lässt sich nicht in einem Satz zusammenfassen, aber hier sind meine Gründe für meinen bewussten Verzicht in der Vor-Weihnachtszeit:

 

  • Es fühlt sich gut an! Durch den Verzicht wird man sich bewusst, wo es überall Tier drin hat. Es ist bekannt, dass die Fleischproduktion einen enormen Energieverschleiss verursacht und das wiederum zu den katastrophalen Umwelt-Bedingungen unserer Erde beigetragen hat. Auf die ethischen Gründe von der Tierhaltung bis zur industriellen Fleisch-Massen-Produktion kann ich hier schon gar nicht eingehen…
  • Es tut gut! Ja, es tut wirklich gut – und das merkt man auch nach kurzer Zeit. Bei der Umstellung rumort der Magen anfangs bitzli mehr als sonst, aber danach fühlt man sich vitaler und fitter. Bei der veganen Umstellung ist es  sehr wichtig, dass man auf eine ausgewogene Ernährung achtet. Das bedeutet vor allem einen grösseren Zeitaufwand beim Einkaufen, Kochen und Vorkochen. Denn es ist schwierig, sich unterwegs vegan zu ernähren.
  • Es ist gut! Veganes Essen ist echt lecker, frisch und knackig! Wer sich sonst schon gesund und mit viel Gemüse und Früchte ernährt, hat bei der veganen Umstellung keine Probleme.
  • Es inspiriert! Es ist sehr spannend und inspirierend zugleich, neue Rezepte und Ersatzstoffe für tierische Produkte zu finden. Produkte, die man sonst selbstverständlich zum Kochen oder Backen verwendet wie zum Beispiel Eier, Milch oder Käse, müssen kreativ ersetzt werden. Das gibt einen ganz anderen Aspekt in die eigene Küche und bringt neue Ideen auf den Teller. Es gibt viele tolle vegane Kochbücher – da gehen die Kochideen sicherlich nicht aus. Zwei davon stehen in meiner Küche: Peace Food & Immer schon vegan – Traditionelle Rezepte aus aller Welt
  • Es rettet vor dem Weihnachtsspeck! Es ist echt praktisch, gerade in der Weihnachtszeit auf tierische Produkte zu verzichten. Dann kann man sich nicht auf die Weihnachtsgebäcke stürzen und nimmt im idealfall eher ab statt zu… für mich ist das nicht so schlimm, da ich gut auf Süssigkeiten verzichten kann. Dann wird es bei Apéro, Chips & co. schon viel schwieriger für mich…
  • Es bringt die Festtags-Tafel auf ein anderes Level! Ja, ich gebe es zu: Ab und zu liebe ich ein gutes Stück Fleisch – und permanent auf Käse und Eier zu verzichten, das würde mir schon sehr schwer fallen. Das fällt erst auf, wenn man mal länger auf etwas verzichtet. Deshalb ist es umso schöner, nach meinem Verzichts-Monat über die Festtage so richtig schlemmern zu können und nicht mehr auf jeden Beipackzettel oder Inhaltsbeschrieb zu achten. Übrigens bin ich nach meinen veganen Wochen immer viel schneller satt – das wirkt sich sehr positiv auf den Weihnachts-Essens-Marathon aus… wenn da nur der liebe Wein nicht auch noch wäre… 🙂

 

Auch unter dem Jahr ernähre ich mich meistens vegetarisch und oft vegan. Wenn ich Fleisch esse achte ich darauf, dass das Produkt bio ist und aus der Region kommt. Bewusst zu konsumieren und die Konsequenzen des eigenen Handelns zu kennen wirkt sich – für mich – positiv auf die Ernährung aus. Kochen und Essen macht mir so mehr Spass!

 

 

Print Friendly, PDF & Email